Pränatale
Diagnostik:
[Einleitung]
[Chorionzottenbiopsie]
[Fruchtwasseruntersuchung]
[Nabelschnurpunktion]
[Ultraschall]
[Nt
Screening] [Zytogenetische Auswertung]
[Humangenetische Beratung]
[3D-Untersuchungen]
Zytogenetische
Auswertung
Fruchtwasseruntersuchung
im Rahmen der Pränataldiagnostik
2
bis 3 Prozent aller Kinder kommen mit einer Behinderung bzw.
Fehlbildung zur Welt; ein Teil davon ist durch eine Störung
im Erbgut bedingt. Viele Fehlbildungen - aber nicht alle -
können durch eine sehr genaue Ultraschalluntersuchung
erkannt werden.
Bei
der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), die üblicherweise
zwischen der 15. und 18. Schwangerschaftswoche durchgeführt
wird, wird mit einer dünnen Nadel die Fruchthöhle
punktiert, und es werden 12 - 15 ml Fruchtwasser abgesaugt,
das einige vom Fetus abgegebene Zellen enthält.
Die
Zellen werden unter spezifischen Kulturbedingungen zur Vermehrung
angeregt; wenn sich genügend neue Zellen gebildet haben,
wird eine Analyse des Erbgutes, eine Chromosomenanalyse, durchgeführt.
Nach 2 bis 3 Wochen liegt in der Regel das Ergebnis vor.
Auf
besonderen Wunsch hin kann - in der Regel innerhalb von 24
Stunden - ein Schnelltest durchgeführt, mit dem das Geschlecht
des ungeborenen Kindes bestimmt und drei bedeutende Störungen
im Erbgut, insbesondere das Down Syndrom, mit hoher Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden. Diese sogenannte FISH-Analyse ist,
von wenigen Ausnahmen abgesehen, eine Zusatzleistung auf besonderen
Wunsch hin und muss daher selbst bezahlt werden. Über
die Kosten informiert Sie Ihr Frauenarzt.
Die
Fruchtwasseruntersuchung erfolgt unter Ultraschall; eine Verletzung
des Kindes sollte daher nicht vorkommen. Es besteht jedoch
ein geringes Risiko für eine Fehlgeburt ( weniger als
1 Fall auf 200 Amniozentesen), und dieses muss gegen das individuelle
Risiko einer Erbgutstörung beim Kind abgewogen werden.
Chromosomenanalyse
(... mehr )
Das menschliche Erbgut, also die menschlichen Baupläne,
findet sich in der Zelle auf insgesamt 46 Chromosomen verteilt,
von denen 23 von der Mutter und 23 vom Vater vererbt wurden.
Diese Chromosomen kann man mit Bücherregalen vergleichen,
in denen die Erbinformationen in dicken Büchern aufgeschrieben
sind. Wichtig ist, dass alle Erbinformationen vorhanden sind,
und in der Regel in zweifacher Ausführung, einmal Typ
"Mutter", einmal Typ "Vater".
Sowohl
das Fehlen von "Büchern" bzw. ganzen "Bücherregalen"
als auch das dreifache Vorhandensein von Erbinformationen,
sei es in Form zusätzlicher "Bände", sei
es in Form zusätzlicher "Regale", kann zu erheblichen
Fehlbildungen führen.
Am bekanntesten und häufigsten ist das Down Syndrom,
Folge eines dreifachen Vorliegens des "Bücherregals
21", also des Chromosoms 21, auch als Trisomie 21 bezeichnet.
Das Risiko für eine Trisomie 21 hängt vom Alter
der Mutter ab und beträgt statistisch bei einer 20jährigen
1 zu 1700, bei einer 35jährigen etwa 1 zu 370
und einer 40jährigen rund 1 zu 100.
Im Rahmen der Chromosomenanalyse können alle 46 Chromosomen
der Zelle im Mikroskop dargestellt und Veränderungen
festgestellt werden, sofern diese sich mikroskopisch erkennen
lassen.
Das zusätzliche Vorliegen eines "Regal" oder
dessen Fehlen kann immer festgestellt werden; auch das zusätzliche
Vorhandensein einer "Buchreihe" oder mehrer "Bände
ist fast immer erkennbar. Auch findet man manchmal, dass zwar
all Informationen vorhanden sind, die "Bücher"
aber teilweise im falschen "Regal" stehen oder in
der Reihenfolge vertauscht sind; hier muss im Einzelfall abgeschätzt
werden, ob Konsequenzen zu erwarten sind.
Nicht möglich ist jedoch die Feststellung fehlender oder
zusätzlicher "Buchseiten"; eine derart hohe
Auflösung erlaubt die mikroskopische Auswertung nicht.
Ein gewisses Restrisiko bleibt also bestehen.
Eine absolute Sicherheit bietet also die Chromosomenanalyse
nicht.
FISH-Analyse
Bei der FISH-Analxse werden in einigen der gewonnenen Fruchtwasserzellen
bestimmte Chromosomen durch spezifische "Angeln"
(Sonden) erkannt und mit fluoreszierenden Farbstoffen markiert.
Routinemäßig wählt man die beiden sogenannten
Geschlechtschromosomen X und Y und die Chromosomen 13, 18
und 21, weil hier Veränderungen trotz erheblicher Auswirkungen
mit dem Leben vereinbar ein können.
Mit
Hilfe einer speziellen Mikroskopiertechnik kann man für
die einzelnen Farben (d.h. Chromosomen) die Anzahl der Lichtpunkte
pro Zellkern zählen. Normalerweise erwarten wir z.B.
für die Chromosomen 13, 18 und 21 jeweils zwei Lichtpunkte,
da ja jedes dieser Chromosomen zweimal in der Zelle vorkommt.
Finden wir jedoch z.B. drei Lichtpunkte für das Chromosom
21, so haben wir es mit einer Trisomie 21 (Down Syndrom) zu
tun.
Die
FISH-Analyse liefert aus verfahrenstechnischen Gründen
nicht immer Ergebnisse, die so abgesichert wie die der konventionellen
Chromosomenanalyse sind ; insbesondere kann man nicht ausschließen,
dass einige wenige Zellen doch zusätzliche Lichtpunkte
enthalten. Auch sind die Erkenntnisse auf zusätzliche
Chromosomen 13, 18 und 21 auf das Geschlecht des Kindes beschränkt.
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