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Wechseljahre
Jede Frau hat eine Menge Fragen
zu den Wechseljahren. Was bedeuten die Wechseljahre? Warum treten
sie auf? Und am wichtigsten, wie werden sie sich auf das weitere
Leben auswirken? Um Ihnen diese Fragen zu
beantworten, haben wir diese Seite für Sie zusammengestellt.
Zunächst ein paar Begriffe, die in Zusammenhang mit
den Wechseljahren häufig benutzt werden.
- Klimakterium ist der medizinische
Ausdruck für den gesamten Zeitraum der Wechseljahre. Das
Klimakterium stellt die gesamte Übergangsphase von der noch
vollen Geschlechtsreife bis zum Senium der Frau dar, d.h. die
Zeit zwischen dem 45. Und 60. Lebensjahr.
- Menopause
bezeichnet die letzte Menstruation im Leben einer Frau. Wann die
eigentliche Menopause
eingetreten ist, weiß die Frau erst ein Jahr später: Das
sichere Zeichen dafür ist die Tatsache, dass in einem Zeitraum
von zwölf Monaten keine Menstruation mehr stattgefunden hat.
- Prämenopause
bezeichnet den Zeitraum vor der letzten
Menstruation.
- Perimenopause
wird
der Zeitraum 2 Jahre vor und nach der Menopause bezeichnet.
- Postmenopause
bezeichnet den Zeitraum nach der letzten
Menstruation..
Die
Eierstöcke sind die einzigen endokrinen Drüsen beim Menschen,
die ihre spezifische Funktion lange vor dem Ende des Individuums
einstellen. Die allmähliche Hormonverschiebung während der
Wechseljahre, insbesondere die nachlassende Östrogenproduktion,
ist jedoch kein krankhafter, sondern ein ganz normaler und natürlicher
Prozess.
Das
Erlöschen der Eierstockfunktion verläuft in Phasen und ist für
jede Frau anders: Beginn, zeitlicher Verlauf und Ausmaß der Veränderungen
sind unterschiedlich.
Für
westliche Industrieländer gilt: für ein Drittel der Frauen verläuft
das Klimakterium symptomlos, ein weiteres Drittel beklagt leichte
bis mittelschwere Symptome, für ein weiteres Drittel bedeutet das
Klimakterium gravierende körperliche und/oder psychische
Beschwerden.
Insbesondere nach der Menopause
machen sich bei den meisten Frauen, ca. 58 -84%, klimakterische
Beschwerden bemerkbar. Ca. 30% der Frauen bedürfen in der
Prämenopause
einer Behandlung. Unter den verschiedenen Erscheinungen des
Klimakteriums spielen Gefäßreaktionen wie Hitzewallungen (70%),
Schwitzen (ca. 55%) und Schwindel (ca. 45%) die größte Rolle.
Bei mehr als der Hälfte der Frauen stellt sich im Laufe der
ersten zwei Jahre nach der Menopause eine Erhöhung des
Blutdruckes ein. In der Postmenopause gehören ca. 25% der Frauen
einer Ostoeporoserisikogruppe an. Hier stellen andere Faktoren wie
familiäres Vorkommen, sehr schlanker Körperbau, frühe
Menopause, Bewegungsmangel, Kortisontherapie und Rauchen ein zusätzliches
Risiko dar.
Welche
Ursachen hat das Klimakterium und wie wirkt es sich aus?
In
den sogenannten Wechseljahren treten charakteristische Umstellungen
im Funktionskreis der Eierstöcke ein. Das Keimgewebe der Eierstöcke
verbraucht sich während der gesamten Zeit der Geschlechtsreife
weitgehend und so versiegt zunehmend auch die Östrogenbildung.
Organische
Veränderungen im Klimakterium betreffen bevorzugt die Zielorgane
der Östrogene, speziell die Gebärmutter, die Scheide, die
Schamlippen und die Brustdrüsen. Diese
erfahren eine zunehmende Rückbildung, unter anderem auch durch die
herabgesetzte Durchblutung. Die Gewebe können schrumpfen und werden
für Infektionen anfälliger.
Daneben
treten Störungen der vegetative
Balance auf. Diese sind insbesondere durch anfallsweise
Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen und durch Herzrasen
gekennzeichnet. Weitere Symptome können Schlaflosigkeit, Minderung
der Leistungskraft, Nervosität, Depressionen, Kopfschmerzen, und
Antriebsarmut sein.
Im
Knochensystem begünstigt die Hormonlage im Klimakterium Arthrosen
und vor allem die Osteoporose mit erhöhten Verlusten an
Knochenmasse. Es kann zu chronischen Schmerzen im Rücken sowie in
den Armen und Beinen kommen.
Abschließend
zum reichhaltigen Beschwerdekomplex muss man jedoch hinzufügen, dass
die charakteristischen Beschwerden nicht nur hormonell zu erklären
sind. Konstitution, Persönlichkeit, familiäre Situation,
Lebensgeschichte und sozioökonomische Faktoren sind mitbestimmend für
das individuelle Erleben und Bewältigen der klimakterischen Übergangsperiode.
Viele Frauen empfinden aber die Wechseljahre mehr oder weniger stark
als Identitätskrise, Prestigeverlust, narzistische Kränkung und
endgültigen Abschied vom Jugendalter.
Was passiert, wenn ich wegen
meiner Wechseljahrsbeschwerden meine Frauenärztin/meinen Frauenarzt
aufsuche?
Wenn
eine Frau wegen klimakterischer Beschwerden den Arzt aufsucht, wird
zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte und eine
gynäkologische Untersuchung vorgenommen. Dazu gehört die
Inspektion des Genitalbereiches und ein Tastbefund, sowie eine
zytologische Gewebeuntersuchung des Vaginalgewebes.
In
Ausnahmefällen ist eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der
weiblichen Geschlechtshormone
notwendig.
Ein
weiterer wichtiger Punkt ist die Diagnostik einer Osteoporose. Mit
der Knochendichtemessung kann mittels Knochendichteindex das Risiko
bzw. der Grad einer Osteoporose erkannt werden.
Sind alle Ergebnisse
zusammengetragen wird Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt mit Ihnen
eine individuelle Therapie besprechen.
Welche Therapie kommt für
mich in Frage?
Die Therapie der
Wechseljahrsbeschwerden hängt von der Art und Intensität der
Beschwerden, von Risikofaktoren für Osteoporose und Herz -/Gefäßerkrankungen,
von Vorerkrankungen und von
der jeweiligen Einstellung der Frau zur Behandlung ab.
In jedem Fall sollte über die
Risiken des mit dem Klimakterium beginnenden chronischen Östrogenmangels
aufgeklärt werden, um eine eigenverantwortliche Entscheidung über
eine prophylaktische oder symptombezogene Behandlung zu ermöglichen.
Eine wichtige Behandlungsform
klimakterischer Beschwerden ist die Hormontherapie mit Östrogenen
und Gestagen (Gelbkörperhormon). Diese Sexualhormone dienen nicht
nur der Fortpflanzung, sondern tragen wesentlich zur verbesserten
Gesundheit und Befindlichkeit bei. Die Wahl des Hormonpräparats
richtet sich nach dem Stadium der Übergangsperiode, d.h. ob die
Beschwerden in der Prämenopause oder Postmenopause auftreten sowie
nach der Intensität der Beschwerden.
Die
Hormontherapie wird am besten unterstützt durch eine eiweißreiche
Ernährung und
eine ausgewogene körperliche Bewegungstherapie. Hinzu kommt bei
bestehender Osteoporose die Behandlung mit Kalzium und Vitamin D.
Sind
keine Risikofaktoren für eine Osteoporose oder Herz-/Gefäßerkrankung
bekannt können vegetative Symptome in den Wechseljahren auf Wunsch
der Patientin auch mit Phytohormonen behandelt werden. Hierbei
handelt es sich um Stoffe (z.B. Cimicifuga) die in der Natur
vorkommen und den weiblichen Geschlechtshormonen ähneln. Auch die
Akupunktur ist ein bedeutender Therapiezweig im Klimakterium.
Bei Beschwerden, die nicht auf eine
hormonelle Therapie ansprechen, sollte auch immer an seelische und
soziale Probleme gedacht werde. In diesen Fällen kann eine Gesprächstherapie
sinnvoll sein.
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