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Verhütungsmittelberatung:
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Mechanische Methoden
Kondom
Das wohl bekannteste mechanische Verhütungsmittel
ist das Kondom.
Der Einsatz
eines Kondoms bietet mit einem Pearl-Index von 3-3,6 eine relativ
hohe Sicherheit und vor allem einen hohen Schutz vor sexuell übertragbaren
Krankheiten wie AIDS, Gonorrhoe, Hepatitis B usw.
Das Kondom wird
vor dem Geschlechtsverkehr über den errigierten Penis des Mannes
gestülpt. Nach der Ejakulation muss der Penis im noch errigierten
Zustand unter Festhalten des Kondoms aus der Scheide herausgezogen
werden
Vorteile:
- Es besteht ein hoher
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Nachteile:
- Das Kondom kann unter
Umständen reißen.
- Auch hier müssen
Manipulationen während des Geschlechtsaktes in Kauf genommen
werden.
- Beim Mann kann das
sexuelle Empfinden gestört sein.
Scheidendiaphragma
Das
Scheidendiaphragma ist eine mit spermizider Creme beschichtete
Membran, die in die Scheide eingelegt wird. Sie soll die Spermien
auf ihrem Weg zur Gebärmutter aufhalten und abtöten. Das
Diaphragma wird durch den Arzt angepasst und von der Frau selbst
mind. 10 Minuten, höchstens 2 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr
eingesetzt. Wenn es mehr als 2 Stunden vorher eingesetzt wird, wirkt
die spermizide Creme während des Geschlechtsaktes nicht mehr. Nach
dem Geschlechtsverkehr bleibt das Diaphragma noch 16-24 Stunden in
der Scheide liegen.
Der Pearl-Index
hängt davon ab, wie geübt die Frau mit der Einlage des Diaphragmas
ist und schwankt zwischen 6 und 2,1.
Vorteile:
- Das Diaphragma braucht
nur benutzt zu werden, wenn wirklich Schutz notwendig ist
- Es besteht kein
gesundheitliches Risiko, außer evtl. allergischen Reaktionen
auf die spermizide Creme.
- Auch das Diaphragma kann
einen gewissen Schutz gegen sexuell übertragbare
Infektionskrankheiten bieten.
- Für den Mann ist das
Diaphragma nicht spürbar.
Nachteile:
- Wieder ist eine
Manipulation vor dem Geschlechtsakt notwendig, die eine spontane
Sexualität beeinträchtigen kann.
- Die Frau mus vor dem
regelmäßigen Benutzen des Diaphragmas erst die Technik des
Einsetzens erlernen.
- In seltenen Fällen kann
es zu vermehrten Harnwegsinfekten oder zur Hämorrhoidenbildung
kommen.
Portiokappe
Die Portiokappe
ist eine Gummikappe, die vom Arzt oder von der Frau selber nach der
Menstruation über den Muttermund gestülpt wird und dort bis zur nächsten
Menstruationsblutung liegen bleibt. Sie soll so verhindern, daß die
Spermien die Gebärmutter erreichen. Da sie sich am Muttermund
festsaugt, kann sie nicht verrutschen. Der Pearl-Index liegt bei 7.
Vorteile:
- Es besteht kein
Gesundheitsrisiko für die Frau.
- Die Manipulationen sind
unabhängig vom Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs, da die
Portiokappe ca. 3 Wochen liegen bleibt.
- Auch die Portiokappe
bietet einen gewissen Schutz vor sexuell übertragbaren
Krankheiten.
Nachteile:
- Bei ca. der Hälfte der
Frauen muss die Einlage durch den Arzt erfolgen.
- Mit einem Pearl-Index von
7 ist diese Methode relativ unsicher.
Spirale
(Intrauterinpessar)
Bei der Spirale
handelt es sich um ein spiralförmig mit Kupfer beschichtetes
Plastikstück in T-Form, das vom Arzt in die Gebärmutter eingelegt
wird und dort einige Jahre liegen bleiben kann. Die Spirale
verhindert das Einnisten einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut
und kann durch seine Kupferbeschichtung Spermien abtöten.
Seit einigen
Jahren gibt es neben diesen kupferbeschichteten Spiralen auch
hormonbeschichtete Spiralen. Diese geben stetig geringe Mengen
Gestagen ab und können so in ca. 50% der Fälle zusätzlich einen
Eisprung verhindern.
Vorteile:
- Die Spirale hat keine
Nebenwirkungen auf den Körper wie z.B. die Einnahme der Pille.
- Das Tragen der Spirale
ist unabhängig vom Geschlechtsverkehr. Die Spontanität ist
uneingeschränkt.
- Da die Spirale mehrere
Jahre liegen bleiben kann, ist sie verglichen mit der Pille
kostengünstig.
- Die gestagenbeschichtete
Spirale führt zu einer Abnahme der Blutungsstärke und kann
Menstruationsbeschwerden mildern.
Nachteile:
- Die Gefahr einer
aufsteigenden Infektion mit Entzündung und anschließender
Verklebung der Eileiter ist bei Spiralträgerinnen leicht erhöht.
Daher sollte die Spirale nicht bei Frauen eingesetzt werden, die
noch keine Kinder geboren haben.
- Bei manchen Frauen kann
es zu Blutungsstörungen in Form von Zwischenblutungen oder übermäßig
starker Monatsblutung kommen. Die gestagenbeschichtete Spirale
hingegen verursacht eher eine leichte Blutung oder verhindert
diese sogar ganz.
- Spiralträgerinnen haben
gegenüber anderen Frauen eine leicht erhöhte
Eileiterschwangerschaftsrate ( 4% gegenüber 0,8% bei
Nichtspiralträgerinnen).
Der Pearl-Index
der Spirale liegt zwischen 0,3 und 2,7. Sollte es trotz liegender
Spirale zu einer Schwangerschaft kommen, ist es sinnvoll, die
Spirale zu entfernen, da sonst in bis zu 50% der Fälle eine
Fehlgeburt eintreten kann. Außerdem besteht ein erhöhtes
Infektionsrisiko für das ungeborene Kind, und die Frühgeborenenrate
ist um ein 4-faches erhöht. Die Gefahr, dass die Frucht beim
Entfernen der Spirale mit abgeht, hängt davon ab, wo sich die
Fruchtblase befindet. Liegt sie oberhalb der Spirale, ist die Gefahr
gering, befindet sich unterhalb der Spirale, liegt die Gefahr, eine
Fehlgeburt zu erleiden, bei 10%.
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